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Rege Gespräche auf dem Frühjahrsempfang der SPD Hohen Neuendorf PDF Drucken E-Mail
Archiv Hohen Neuendorf - SPD
Donnerstag, den 09. April 2009 um 15:21 Uhr

Mehr als 70 Gäste begrüßte gestern Abend der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Hohen Neuendorf, Dr. Wolfgang Ilte, zum ersten Frühjahrsempfang seiner Partei. Unter ihnen der Bürgermeister der Stadt, Klaus Hartung, die Vorsitzenden der Fraktionen und Parteien, CDU, FDP, Bündnis90/GRÜNE, LINKE, Stadtverein sowie viele Vertreter von Vereinen und Bürgerorganisationen aus der Stadt, aber auch Gäste aus den Nachbargemeinden

Den Bürgermeister erinnerte Wolfgang Ilte an sein Versprechen bei seiner Amtsübernahme, sich für die Wiederaufnahme der Gespräche über eine Fusion mit Birkenwerder zu engagieren. Auch wiederholte er noch einmal sein damaliges Angebot, dass die SPD ihn dabei tatkräftig unterstützen würde.

Überraschungsgast August Bebel

Dabei entwickelte der SPD-Vorsitzende eine weitergehende Vision: "Warum denken wir nicht weiter, größer? Ist es undenkbar, dass sich die schon jetzt in Einzelfragen gute Kooperation zwischen den S-Bahngemeinden weiterentwickelt zu einem festen Zusammenschluss, zu einer Stadt mit über 55 000 Einwohnern?" fragte Ilte in die Runde und wandte sich dabei besonders an die ebenfalls anwesenden Bürgermeister und -kandidaten aus den betroffenen Gemeinden. "Ich wollte heute nur den Stein ins Wasser werfen" fügte er hinzu, "Es wäre wert, sich mittelfristig etwas ernsthafter darüber zu unterhalten." Dennoch gab er zu Bedenken, dass dieser Gedanke auch bei der von der SPD angestoßenen Diskussion um den Rathaus Neubau nicht außer Acht gelassen werden darf.

Angelika Krüger-Leißner, MdB, war zuversichtlich, dass sich die SPD bis zu den anstehenden Wahlen wieder zu ihrer alten Stärke entwickeln werde. Man sei gut aufgestellt, hoch motiviert und habe mit Frank-Walter Steinmeier einen hervorragenden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst. Sie lobte die von den Sozialdemokraten initiierte Umweltprämie für den Kauf von neuen Autos, die sich zu einem großen Erfolg entwickle und der Schlüsselindustrie über die Schwächephase hinweghelfe. Auf diese Weise würden zehntausende von Arbeitsplätzen gerettet und den Menschen Zuversicht gegeben. Sie zeigte sich besorgt über die zu beobachtende Wahlmüdigkeit und forderte alle Anwesenden auf, sich dafür zu engagieren, die Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, dass Nichtwählen nur den Gegnern der Demokratie und den Demagogen nütze.

Alwin Ziel, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung ging in seiner kurzen Rede zu den Gäs-ten des Empfangs vor allem auf die Arbeit der ehrenamtlichen Stadtverordneten ein. Deren Engagement für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger verdiene großes Lob. Für ihn sei es eine außergewöhnliche Erfahrung, nun in der SVV, auf der untersten Ebene des demokratischen Gemeinwesens, daran mit zu arbeiten die großen Linien ins Detail umzusetzen, an deren Entwicklung er als Landtagsabgeordneter und als früherer Innenminister zum Teil selbst entscheidenden Anteil hatte. Die SPD sei in Potsdam zwar auf die Zusammenarbeit mit der CDU angewiesen. Die entscheidende Rolle spiele aber dennoch die SPD unter Mathias Platzek. Sie gebe die Ziele vor und "bestimme die Musik".

Er kündigte außerdem an, nach seiner Wiederwahl in den Landtag, sein Bürgerbüro nach Hohen Neuendorf zu verlegen, um so noch näher bei den Bürgerinnen und Bürgern seines Wahlkreises zu sein.

Landtagspräsident Gunter Fritsch, der als besonderer Gast den ursprünglich angekündigten, aber kurzfristig erkrankten Frak-tionsvorsitzenden Günter Baaske vertrat, lobte ebenfalls die Arbeit der kommunalen Politiker. Sie seien das Fundament der Demokratie. Ihre Arbeit könne nicht genug gewürdigt werden. Dabei ging er besonders auf die zahlreichen Initiativen gegen rechtsextremes Gedankengut in den Nordbahngemeinden ein. Nur in der täglichen Überzeugungsarbeit mit den Bürgern könne es gelingen, die populistischen und menschenverachtenden Parolen zu entlarven. Zwar sei es zu beklagen, dass im Landtag zu Zeit auch Abgeordnete einer rechtsextremen Partei vertreten seien. In der täglichen Arbeit zeige sich jedoch deren Substanzlosigkeit. Sie seien zu inhaltlicher Arbeit nicht fähig. Er bitte die Wählerinnen und Wähler, bei den kommenden Wahlen den rechtsextremen Parolen eine Absage zu erteilen, nur Politikerinnen und Politiker zu wählen, deren demokratische Grundhaltung außer Zweifel stehe. Auf diese Weise könne man verhindern, dass Rechtsextreme erneut in den Landtag ziehen.

Die Überraschung des Abends war August Bebel. Der Sohn des Glienicker Künstlers Erich Fitzkow, Anselm Fitzkow, überreichte dem Ortsvereinsvorstand ein von seinem Vater in den Jahren 1948 bis 1950 gemaltes Portrait des Gründervaters der SPD. Es sei damals von der Gemeinde in Auftrag gegeben worden, aber in der Folge der politischen Entwicklung nicht abgenommen und bezahlt worden. Sozialdemokraten seien in den Schatten gestellt worden. Er sei froh, dass das Bild nun in die Obhut der Sozialdemokraten in Hohen Neuendorf komme. Sein Vater, so Anselm Fitzkow, hätte daran sicher seine Freude. Schließlich sei er familiär mit Hohen Neuendorf verbunden gewesen. Hier habe er zahlreiche Künstlerfreunde gehabt.

Für den Vorstand dankte Friedhelm Maier Anselm Fitzkow und erinnerte an die herausragende Persönlichkeit August Bebels, der die SPD mitbegründet und in ihren ersten Jahrzehnten entscheidend geprägt habe. Er versprach, die SPD in Hohen Neuendorf werde das Bild und das Andenken August Bebels in Ehren halten. Zunächst werde es im Bürgerbüro Alwin Ziels hängen und: "wenn es dann einmal soweit ist, soll es seinen Platz im Saal der SPD Fraktion im neuen Rathaus von Hohen Neuendorf finden", fügte Maier hinzu.

Die zahlreichen Gäste fühlten sich offensichtlich wohl auf dem ersten Frühjahrsempfang der SPD. Das Buffet fand Zuspruch und man sah die Gäste in intensiven Gesprächen mit den Politikern, mit Angelika Krüger-Leißner, Alwin Ziel, mit Gunter Fritsch sowie mit den Stadtverordneten und Parteivertreten. Offenbar war der Gesprächsbedarf groß. Die letzten Gäste gingen gegen 22.00 Uhr.

Für die künstlerische Umrahmung und für die angenehme Frühlingslaune, die sie den Gästen des Empfangs mit ihrer Kunst vermittelten, dankte der Vorsitzende Dr. Wolfgang Ilte der Chorgemeinschaft Stolpe unter der Leitung von Frau Schlenker sowie dem konzertanten Duo der Herren Eger und Okly (Cello / Klavier) die es vermochten, mit einem besinnlichen Entré und einem beschwingten Abschluss dem Empfang einen kulturvollen Rahmen zu geben.