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Schulwegsicherung durch zusätzlichen Verkehr oder Mobilität zu Fuss? PDF Drucken E-Mail
Archiv Hohen Neuendorf - Stadtverein
Mittwoch, den 09. Juli 2008 um 10:46 Uhr
 

Als städtebauliche Sanierungsmaßnahme „Ortskern“ Hohen Neuendorf wird den Stadtverordneten eine Zufahrt von der Schönfließer Straße zur Mittelstrasse als Beschlussvorschlag vorgelegt.

Hier soll eine zusätzliche Fahrverbindung zum bereits heute stets gut belegten Parkplatz in der Mittelstraße geschaffen werden. Da der Gehweg auch saniert wird, versucht man das Projekt gleich noch als Maßnahme zur sicheren Schulwegführung zu verkaufen. Als Fussgänger, Radfahrer und Schüler kann man diesen Vorschlag nur ablehnen!

Der Weg ist bereits heute zwar nicht sonderlich schön aber sicher! Hier soll im Ortskern erneut der Wegeraum der Fussgänger und Radfahrer unverhältnismäßig eingeschränkt werden. Was bleibt von der gewünschten Flaniermeile Schönfließer Straße, wenn alle 2-300 Meter die Gehwege durch Kraftverkehr gekreuzt werden?

Das reiht sich in eine Reihe städtebaulicher Sündenfälle ein, die immer zu Lasten eines sicheren Fuß- und Radverkehrs gegangen sind. Beste Beispiele sind: Ausbau Backofenweg, Lieferzufahrt Kaufland in der Schönfließer Straße, Parkplatzzufahrten Oranienburger Straße sowie Waldstraße. Nie wurde dem Fussverkehr mehr Sicherheit gegeben, sondern stets erhöhte Aufmerksamkeit abverlangt. Unsere Schulwege wurden dadurch nie sicherer, bestes Beispiel ist die Triftstraße.

Systematische Fussverkehrsförderung stellt sich der Stadtverein anders vor. Statt der jetzt geplanten zusätzlichen Autostraße zwischen Schönfließer Straße und Mittelstraße könnte hier eine innerstädtische Oase für Fussgänger entstehen und zum Stadterlebnis werden: Hier stehen viele alte Bäume, die für eine Autozufahrt fallen müssten. Ein gut einsehbarer Weg mit Bänken unter schattenspendenden Bäumen würde ein Kleinod zum Verweilen und Genießen schaffen. Ein sicherer Ort zum Ausruhen, Rasten, Treffen mit Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen. Ein sicherer Schulweg ist es heute ohnehin schon!

Dr. Hans-Joachim Guretzki, Stadtverein