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Streusalzverbot in Hohen Neuendorf gefordert PDF Drucken E-Mail
Hallo Nygendorp! Nachrichten - Politik Hohen Neuendorf
Donnerstag, den 11. März 2010 um 18:57 Uhr

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Matthes hat einen Antrag vorgelegt, durch den die Hohen Neuendorfer Straßenreinigungssatzung so verändert werden soll, dass künftig der Einsatz von Streusalz untersagt wird.

Streusalz ist das bekannteste Auftaumittel zur Schnee- und Eisglättebekämpfung und schädlich für Bäume, da es den Wasserhaushalt stört, zu vermindertem Wurzelwachstum führt und Nährstoffe verdrängt. Es wird nicht abgebaut, sondern reichert sich je nach Witterungsverlauf langsamer oder schneller im Boden an. Insbesondere die zunehmenden Trockenperioden in den vergangenen Jahren haben zu einem erhöhten Chloridgehalt im Boden geführt, da es weniger gut aus den Böden ausgewaschen wurde.

Straßenbäume schützen

Chlorid wird von den Bäumen über die Wurzeln aufgenommen und bis in die Blätter transportiert, wodurch es zu Verfärbungen der Blätter, Absterbeerscheinungen am Blattrand, sogenannten Nekrosen, vorzeitigem Blattfall und Wachstumsstörungen an den Pflanzen kommt. Bei empfindlichen Baumarten wie Ahorn, Linde und Roßkastanie führen langfristige Salzbelastungen zu schütteren Kronen und zum langsamen Absterben der Bäume.

Straßenbäume prägen das Erscheinungsbild unserer Stadt in einem hohen Ausmaß. Baum bestandene Straßen sind nicht nur schöner und wohnlicher, sondern tragen auch zur Umwelt- und Wohnumfeldverbesserung bei.

Wegen der schädigenden Wirkung auf Pflanzen ist der Einsatz von Streusalz in vielen deutschen Städten, u.a. in Berlin grundsätzlich verboten. Zumal auch wirksame Alternativen zur Glättebekämfung, z.B. durch das Ausbringen von abstumpfenden Substanzen, bestehen, führt ein Verbot von Streusalz in Hohen Neuendorf zu keiner erhöhten Verkehrsgefährdung.

Christian Goetjes
Fraktionsvorsitzender

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 31. März 2010 um 18:37 Uhr
 
Kommentare (1)
Baum vs. Mensch
1 Sonntag, den 14. März 2010 um 08:08 Uhr
Jürgen Teßmann
So sinnvoll und nachvollziehbar die Forderung nach einem strikten Streusalzverbot auch ist, so schwierig ist es deren Umsetzung durchzuhalten und zu kontrollieren.
Während gerade die Städte, die ein sehr striktes Streusalzverbot haben (z.B. Hannover) diese Regelungen gelockert haben, weil bei Blitzeis und dem Wechsel von Tauwetter und Frost gefährliche Eisflächen entstanden sind, die mit Abstumpfungs-mitteln nicht mehr zu bekämpfen waren, soll jetzt hier das Rad neu erfunden werden.In Berlin dürfen nur keine Privatpersonen Streusalz einsetzen, die BSR darf das wohl und es wird auch praktiziert.Wir brauchen eine differenzierte Regelung, die es ermöglicht, in extremen Wettersituationen den Einsatz von Streusalz frei zu geben.Wenn Leib und Leben in Gefahr ist, muß vorübergehend der Umweltschutz zurückstehen.

Jürgen Teßmann
(Mitglied der CDU Fraktion)

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